Mythen – Thema 2. WK – Deutschland

Bis heute spielen vielfach Verdrängung und Falschinformationen über die damalige Zeit eine immense Rolle.
Stellst du einen Charakter der damaligen Epoche dar, ist es sinnvoll einige Mythen zu entzaubern und die Wahrheit dahinter zu erkennen.

Besonders nach dem Jahr 1945 nutzten viele das Schlagwort „Unter Hitler war nicht alles schlecht“. Warum? Einerseits um ihre eigenen, aufgebauten Pfründe zu erhalten und ihr eigenes Verhalten unter dem Regime zu rechtfertigen, andererseits, weil sie es vielleicht wirklich nicht besser wussten. Wir wissen heute schließlich auch nicht alles, was hinter geschlossenen Türen geplant und eingefädelt wird. Damals wie heute lassen sich aber viele Dinge sehen, wenn sie ans Tageslicht kommen.

Viele positive Aspekte steckten bereits in der Zeit der „Weimarer Republik“ in den Kinderschuhen, wurden später nur noch vom Regime aufgegriffen und übernommen. Manches wurde schlichtweg einfach nur beschönigt, wenn gewisse Entwicklungen nicht so positiv verliefen wie gewünscht.

Weg aus der wirtschaftlichen Krise – erfolgreichen Beschäftigungspolitik im „Dritten Reich“

Vielfach heißt es, Hitler hätte die Wirtschaft massiv angekurbelt, indem er vieles bauen ließ. Seine Propaganda-Maschinerie ließ dies zumindest so verbreiten. Zahlreiche Arbeitslose sollten auf diesem Weg wieder Arbeit erhalten.

Mit dem „schwarzen Freitag“ in den 20er Jahren begann eine Weltwirtschaftskrise wie nie zuvor. Millionen verloren ihren Job. 1932 gab es in Deutschland rund 6 Millionen Arbeitslose – bei rund 12 Millionen Beschäftigten. Dies half Hitler bei den Wahlen.
Mit Herbst 1932 jedoch erholte sich bereits die Wirtschaft, was sich bei den nächsten Wahlen entsprechend negativ für seine Partei auswirkte. Eine daraus folgende Konsequenz war die Erpressung des Reichspräsidenten Hindenburgs, der Hitler schließlich am 30. Januar 1933 vereidigte.
Die nationalsozialistische Partei heftete sich fälschlicherweise eine wirtschaftliche Entwicklung auf die Fahnen, die keineswegs ihr Verdienst war. Es stimmt, dass unter Hitler einiges gebaut wurde, jedoch betraf dies keine Millionen Arbeitsplätze, sondern hielt sich unter 150.000 Arbeitern. Weit wichtiger als Autobahnen war später die massive Aufrüstung der Reichswehr. Diese wiederum wurde vorrangig auf Pump finanziert. Deutschland wäre 1939 bankrott gewesen, wäre es nicht zum Krieg gekommen 

umsorgte Arbeiter

Das damals erzeugte Bild des „umsorgten Arbeiters“ ist zwiespältig. Einerseits wurde er „offiziell“ umhegt, gleichzeitig wurden Gewerkschaften und Co zerschlagen.

Viele Arbeiter fühlten sich eher den Kommunisten oder den Sozialdemokraten zugehörig. Ihre Zustimmung galt es zu gewinnen. Das Regime musste also ihre Stimmen erlangen.
Anfang April 1933 erklärten sie den 1. Mai  zum gesetzlichen Feiertag bei voller Lohnauszahlung. Der Tag wurde zum internationalen Festtag der Arbeiter mit Aufmärschen und Massenkundgebungen.
Am 2. Mai 1933 wurden Häuser der Freien Gewerkschaft besetzt, deren Vermögen beschlagnahmt. Führende Funktionäre inhaftiert und geschlagen. Andere Gewerkschaften wurden zerschlagen oder in die „Deutsche Arbeiterfront“ eingegliedert.
Die Organisation „Kraft durch Freude“ bot Erholungsmöglichkeiten wie Urlaube an. Jeder Arbeiter sollte sie sich leisten können. Damit sollte die Arbeitseffizienz gesteigert werden 

das Ende der Kriminalität

Vielfach ist die Meinung im Umlauf, es hätte unter Hitler „Zucht und Ordnung geherrscht“. Kriminalität hingegen, hätte er im Griff gehabt und praktisch eliminiert.

Bereits ein kurzer Einblick in das gesellschaftliche Leben ermöglicht den Eindruck, die deutsche Bevölkerung sei als Gemeinschaft zusammenhaltend gewesen und Ehrlichkeit hätte geherrscht. Der zweite, genauere Blick hingegen zeigt einen absoluten Polizeistaat. Privatsphäre herrschte praktisch gar nicht mehr. Polizei, Gestapo und Blockwarte dienten als Kontrollorgane. Jeder überwachte jeden, wollte jemand einen anderen loswerden, bot sich im „Verpetzen“ eine großartige Gelegenheit.

Zucht und Ordnung herrschte wohl, jedoch ist eher die Frage „welche“? Um nicht der Gefahr der Denunziation zu unterliegen, entwickelte sich ein mächtiges System der „Selbstzensur“. Dadurch verzichteten viele auf legale (aber auch illegale) Tätigkeiten, die sie sonst vielleicht getan hätten.

Der Einzelne mochte sich vielleicht mehr an die Regeln halten, das galt meist nicht für die Kontrollorgane. Bereits 1933 wurde brutal gegen Oppositionelle vorgegangen. Ab 1939 stiegen Diebstähle, Totschlag und Morde gravierend an. Dies ging soweit, dass viele zu Selbstjustiz griffen um angebliche oder tatsächliche Kollaborateure zu eliminieren.

vielgeliebte Kinder

Hitler ließ sich gern als „Vater des Volkes“ inszenieren. Kinder spielten in seiner Propaganda eine ausgesprochen wichtige Rolle. Ihnen galt besondere Aufmerksamkeit. Kinder lernten, was das Regime von ihnen haben wollte. Selbst die Kleinsten sollten bereits mit „Feuer und Flamme“ hinter dem Regime stehen.

Kaderschmieden wie die Napola sollten die Elite ausbilden. Doch mit Unterricht war es noch nicht vorbei. Sie waren in der „Hitlerjugend“ und dem „Bund deutscher Mädel“ praktisch zwangsverpflichtet. Dadurch sollten sie dem Elternhaus möglichst entzogen werden. Das wiederum führte in vielen Familien zu inneren Zerwürfnissen.

Viele, die so aufwuchsen tragen bis heute durchaus positive Erinnerungen in sich, an Ferienlager, gemeinsame Ausflüge und die Möglichkeit in einer Organisation etwas zu erreichen. Spielerisch sollten sie auf Krieg und Mutterschaft vorbereitet werden.

Grausamer hätte es kaum sein können. Gleichzeitig wurden Tausende Kinder, die nicht dem gewünschten Ideal entsprachen ausgemustert, eingesperrt oder eliminiert. Kinder dienten Hitler lediglich darum, um sie im Krieg zu verheizen.

hochgeschätzte Frauen

Zitat Hitler: „Es gibt keinen größeren Adel für die Frau, als Mutter der Söhne und der Töchter eines Volkes zu sein.“

Der Satz klingt gewiss beim ersten Lesen wunderbar. Beim zweiten Lesen kommt man vielleicht ins Nachdenken. Das dritte Lesen beschert das Grauen.
Frauen galten für das Regime lediglich als Gebärmaschinen, die mit Mutterkreuz dafür belohnt werden sollten.

Ursprünglich sollten Frauen gänzlich aus der Arbeitswelt verschwinden und sich allein der Mutterrolle widmen. Das änderte sich jedoch sehr schnell. Bald schon wurden, zum Zwecke der Aufrüstung, immer mehr Arbeitskräfte verlangt. Mit den Kriegsjahren kamen bald schon betagte, alte Frauen und junge Mädchen in den Dienst mit bis zu 60 Wochenstunden. Dies veranlasste sogar Hitlers Leibarzt ihn zu warnen, dass bei den jungen Mädchen die Periode ausblieb aufgrund der Arbeitsbelastung. Das wiederum hätte Einfluss auf die Geburtenquote.

Gleiches galt auch, dass Frauen sich nicht mit Waffen und Soldatentum identifizieren sollten. Kurz vor Kriegsende jedoch wurden Frauen bereits an Waffen ausgebildet. Wobei die „Panzerfaust“ als optimale Frauenwaffe galt. Sie sollten als „mindere Soldaten“ den Gegner vernichten.

Mitbestimmung sollte auf ein Minimum reduziert werden. Emanzipation galt dem Regime als „Erfindung des jüdischen Intellekts“.

 

 

 

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