Anti-Kriegs-Bewegung in den USA und ihre Folgen

Anti-Kriegs-Bewegung innerhalb USA

1960 setzte die Anti-Kriegs-Bewegung die Aktivitäten. Damals wurde eine der bekanntesten Anti-Kriegs-Gruppen gegründet – die „Catholic Workers Movement“.

Slogans:

  • „Freedom now, withdraw now“ („Freiheit jetzt, Rückzug jetzt“)
  • „Yankee go Home“  („Vagabund, geh nach Hause“)
  • „Fuck The Army“  („Scheissarmee“)

Wie wirkte sich das aber genau aus?

Frühe 60er Jahre
In den USA gab es immer mehr „Teach-Ins“, also Saalveranstaltungen bei der bis zu Tausende Teilnehmer sogar tagelang diskutierten.

Ab September 1964
erste Auseinandersetzungen über die Redefreiheit
1967
Gründung der VVAW („Vietnamveteranen gegen den Krieg“)
April 1970
Demonstration in Kambodscha durch Anhänger der Anti-Kriegs-Bewegung. Die Demonstration galt den Amerikanern. Daran teilnehmende Studenten planten dabei das Trainingszentrum für Reservisten („Reserve Officer Training Corps“, ROTC) anzuzünden.
Es kam zu Feuergefechten bei denen 4 Studenten starben.
1971
In Detroit kam es zu einer offenen Untersuchung über die Kriegsverbrechen der USA in Vietnam.
Schauspielerin Jane Fonda gründete im Zuge dieser Untersuchung die Winter soldier Investigation“ („Winter-Soldatenuntersuchung“).
1972
Jane Fonda demonstrierte in Vietnam.

Frauen hatten ihre eigenen Möglichkeiten um diese Bewegung zu unterstützen. Das Anti-Kriegs-Lied „Girls Only Say Yes to Men Who Say No“ („Mädchen sagen nur ja zu Männern, die nein sagen“) zeigt diese Methode auf.
Sie verweigerten Kriegsbefürwortern ihre Liebe und trennten sich auch von Soldaten und Verpflichteten.

US-Soldaten mit dem Schriftzug „Fuck the Army“ hatten es meist unter ihren Vorgesetzten und Kameraden schwer. Manch einer terrorisierte sie einfach nur so zum Spaß.

Kriegsdienstverweigerung

Anti-Kriegs-Gruppen halfen Gründe zu finden, um den Kriegsdienst auf „legale“ Art und Weise zu vermeiden.

  • das Land verlassen
  • nahes Familienmitglied war von der Pflege des Eingezogenen abhängig
  • Kriterien fälschen
    hungern um das Mindestgewicht zu verfehlen
    fressen um es zu überschreiten
  • Drogenabhängigkeit oder vor den Bluttests Drogen einnehmen
  • Homosexualität
  • mentale Instabilität
  • Hautkrankheiten
  • Atteste von Ärzten, die einen als militäruntauglich einstuften
  • „einfachere“ Möglichkeiten wie heiraten oder studieren
  • „schwerwiegendere“ Möglichkeiten wie schwere Verbrechen begehen (verurteilte Mörder gingen nicht nach Vietnam), Amputationen (Abzugsfinger oder Zehen)

Untergrundorganisationen wurden weltweit aktiv. Meist waren es junge Männer aus der Ober- und Mittelschicht, die daraus eine wahre Kunst entwickelten. Wieder einmal waren es vor allem die weniger Privilegierten, die ihren Einsatz nicht vermeiden konnten.

Verbrennen der Eingezogenenkarte (Draft Card Burnin)

1965 verbrannte als erster David Miller seine Karte. Dafür wanderte er 2 Jahre ins Gefängnis, aber Vietnam blieb ihm erspart. Er blieb nicht der Einzige.
Als Reaktion darauf verabschiedete der Kongress ein Gesetz, das der Regierung mehr Möglichkeiten gab und dem „Übeltäter“ bis zu 10.000 Dollar und 5 Jahre Gefängnis bescheren konnte.

Als weitere Folge des Vietnamkrieges fragten immer mehr Firmen ob ein Bewerber gedient hatte oder nicht.

Desertion

Anfangs gab es in Vietnam praktisch keine Deserteure, doch die Zahl stieg rasant an. Gründe mochten viele sein, ein Hauptargument war wohl die Angst davor getötet zu werden.
Unterstützt wurden sie durch die Anti-Kriegs-Bewegung, die neue Gruppen erfanden.

  • RITA (War Resister-in-the-Army) – Kriegsverweigerers in der Armee
  • FRITA (Friend of a War Resister-in-The-Army) – FreundIn des Kriegsverweigerers in der Armee
  • FUFA (Fed-Up-with-The-Fucking-Army) – von-der-Scheiss-Armee-genug-Haber

Vielfach blieb es aber bei einem AWOL (Absence without leave) – einem kurzen Fernbleiben vom Dienst. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum echten Desertieren ist, dass der Soldat nicht in fremde Dienste tritt und auch seine Ausrüstung und Uniform behält.

Bei einer French Leave (französischen Verabschiedung) sah es anders aus, das war schlichtes Untertauchen.

Die höchste Desertationsrate hat übrigens die Süd-Vietnamesische Armee zu verzeichnen. Weit über 20% pro Jahr, viele von ihnen waren Überläufer zum Vietcong.

Amnestie

Meldeten sich Soldaten von selber und wurde auf den Arrest verzichten, konnte das „Gnaden-Ministerium der Ford-Regierung“ (Ford Clemency Review Board), eine DU (Unerwünschte Entlassung) erwirken.
Leistete der betroffene Soldat 24 Monate Alternativdienst, konnte aus dem DU ein CD (begnadigte Befreiung) werden.

Präsident Jimmy Carter kündigte schließlich eine bedingungslose „Vergebung“ an für Verweigerer, die im Ausland oder im Untergrund lebten. Das galt nicht für Deserteure oder jene, die vor einem Militärgericht verurteilt wurden.

eine weitere Konsequenz:

die Einberufung / the Draft

Anfangs waren die Soldaten Freiwillige, doch im Lauf der Jahre begannen die Einberufungen anhand einer Lotterie. Das sorgte nicht gerade für Begeisterung, viele entzogen sich ihrem Dienst im Sinne der Armee.

1964 unterlagen monatlich 17.000 Soldaten der Einberufung (dem Draft). Im Lauf der Zeit wurden 2 Millionen junge Amerikaner eingezogen (ihr Alter lag zwischen 18 und 26 Jahren). Als einzugsfähig galten 27 Millionen Männer.

Als Dienstzeit waren 2 Jahre vorgesehen. Anschließend hatte er noch weitere 4 Jahre auf Reserve zu bleiben. In dieser Zeit hatte er zu den monatlichen Reserve-Treffen zu gehen und im Sommer 2 Wochen aktiven Dienst zu leisten. Abschließend bekam er ein Zertifikat.

Wer in Vietnam seinen Dienst verrichtete, brauchte diese Reservedienste nicht mehr wahrnehmen.

Bis 1969 galt das Auswahlverfahren zum Militäreinsatz (Selective Service System), anhand dessen wurden die Quoten festgelegt. Wer einen wichtigen beruflichen Posten inne hatte, konnte als unabkömmlich deklariert werden. Das wiederum ergab eine ungleichmäßige Verteilung der Gezogenen. Wer geringere Bildung hatte, ärmer, schwarz oder spanischstämmig war kam weit öfters in den „Genuss“ des Militärdienstes.

Als Folge dessen wurde die Einzugs-Lotterie (Draft Lottery) aufgezogen. Von 1969 bis 1972 wurden anhand einer Lotterie bestimmt wer zum Dienst zu erscheinen hatte. Gezogen wurde anhand der Geburtsdaten.

Heimkehr

Viele Heimkehrer litten, als sie zu Hause eingetroffen waren. Die freudige Stimmung endlich zurück zu sein änderte sich schnell. Viele wurden als Kindermörder beschimpft. Freunde, Familie und Fremde gaben zu verstehen, dasss Vietnam ein Tabu sei, mit dem sie nichts zu tun haben wollten.

Kriegsteilnehmer wurden zum Ärgernis. Schließlich hielten viele von ihnen nur noch den Mund, versuchten auf ihre eigene Art das Geschehen zu verarbeiten.  Erst 1982 wurde in Washington, DC ein Denkmal für alle Vietnam-Veteranen errichtet – weitere Städte folgten.

Erst Jahrzehnte nach Vietnam begann Amerika jene Zeit wirklich zu verarbeiten. Ein gutes Beispiel dafür stellt die Serie „NAM – Tour of Duty“ dar, die nicht nur als Quelle für Outfit, Gear und Co gesehen werden kann, sondern ebenso als Aufarbeitung. Die letzte Episode zeigt genau wie es Heimkehrern ergehen konnte.

Fürsorge

Vietnamveteranen hatten es lange Zeit schwer. In diesem Sinn geht ein Danke an alle jene, die sich um die Veteranen und Heimkehrer kümmerten und dies bis heute tun!

 

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