Pervitin – die Wunderwaffe der Deutschen im 2. WK

Im Zweiten Weltkrieg lehrte Deutschland vielen das Fürchten. Nicht nur wegen ihrer anfänglichen Überraschungsangriffe. Vielfach berichteten Zeugen auch von unglaubwürdig scheinenden, übermenschlichen Aktionen.

Dass diese sich tatsächlich so zutrugen, schien über lange Zeit unglaubwürdig, bis sich herausstellte, dass diese Berichte tatsächlich stimmten. Doch wie konnte das sein?

Deutschland hatte eine Superdroge, bekannt als Pervitin. Dieses Mittel ist nichts anderes als „Crystal Meth“!

1893 entwickelte ein japanischer Chemiker den Stoff Methamphetamin. Wie so oft in der Entwicklung wollte er Gutes erreichen, nämlich potentielle Medizin.
Darauf aufbauend entwickelte ab 1934 Temmler (deutsche Pharmafirma) ein Herstellungsverfahren. 1937 ließen sie es patentieren. Bald schon kam es auf den Markt, wurde vor allem als Pervitin bekannt.

Gering dosiert steigerte es die Leistung und förderte die Konzentration. Nebenwirkungen schien es nicht zu geben. Ab 1939 wurde diese Pille zum Massenphänomen.
Es hob die Stimmung, half gegen Asthma, förderte Ausdauer und Konzentration. Vom Studenten bis zur Hausfrau kauften und nutzten es viele Deutsche. Außerdem half es gegen Kälte und Angst.

Das bemerkte die deutsche Armee und begann (nicht nur) Wehrmachts-Soldaten damit auszurüsten. Diese „Stuka-Pille“ oder „Panzerschokolade“, erwies sich als wahre Wunderwaffe, beeinflusste sie doch Konzentration und Müdigkeit der Soldaten. Bald schon bekamen besonders beanspruchte Einheiten dieses Mittel in großen Mengen.

Allein beim Frankreichfeldzug wurden mehr als 35 Millionen Tabletten ausgegeben.

Ohne Pervitin wären die Deutschen wohl nicht einmal halb so weit bis nach Russland vorgedrungen. Die Soldaten brauchen immer mehr Pervitin. Geht der Vorrat aus, folgen Depressionen. Daraufhin erhöht Göring die Alkohol- und Pervitinrationen.

Nun zeigten sich auch erste Nebenwirkungen. Darunter fanden sich Gewöhnungseffekte, körperlicher Entzug und sogar Wahnvorstellungen. Am 19. März 1940 warnte NS-„Reichsärzteführer“ Leonard Conti, der beileibe nicht zimperlich war, davor. Ab 1941 wurde ihm die Nutzung unterstellt. Schwerer zu bekommen, blühte damit der Schwarzmarkt auf. Viele Soldaten waren längst süchtig geworden.

Als 1944 die Alliierten in der Normandie landen, erhöht sich erneut die Dosis an Pervitin. In den Kleinst-U-Booten, in die deutsche Soldaten gesteckt werden, bekommen sie Beklemmungen und Todesangst. Ohne Pervitin wären diese Himmelfahrtskommandos wohl im Sand verlaufen.

Inwieweit stimmen also die Berichte von Augenzeugen?

Viele Berichte erzählen von Soldaten, die ewig lange Märsche schaffen, über Tage am Stück wach bleiben, hoch konzentrierte Aufgaben schaffen. Der wahre Grund dahinter war schlichtweg das Mittel Pervitin.

Viele deutsche Soldaten waren, ohne es zu wissen, zu Hitlers Drogensüchtigen geworden. Die Nebenwirkungen waren vielfach tödlich, grausam und zerstörerisch. Manche Mythen stimmen also, aber der wahre Grund dahinter ist ein grausamer. Dank Pervitin schaffte es Deutschland also einen Krieg so weit zu bringen, wie es anfangs wohl nur die Wenigsten vermuteten.

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