Film: Wir waren Helden (Originaltitel: We Were Soldiers)

Titel: Wir waren Helden (Originaltitel: We Were Soldiers)
allgemein: USA/Deutschland / 2002 /  138 min
Regie: Randall Wallace
Produzent: Bruce Davey
Musik: Nick Glennie-Smith
Drehbuch: Randall Wallace
Darsteller:  Mel Gibson, Greg Kinnear, Madeleine Stowe
ab:  18

Worum geht es?
Der erfahrene Militär-Stratege Lt. Colonel Harold G. Moore absolviert mit neuen Berufssoldaten das Basis-Training für den kommenden Einsatz in Vietnam. Ihm bleibt nur wenig Zeit. Seiner Meinung nach sind seine Männer noch nicht ausreichend gerüstet. Trotz seines Einspruches, folgt die Versetzung in das Kriegsgebiet.

In der Zwischenzeit baut seine Frau Freundschaften zu anderen Soldatenfrauen auf. Sie spürt seine Anspannung und unterstützt ihn nach Kräften.

Am 14. November 1965 um 10.48 Uhr, landet Moore als Kommandant von 400 Soldaten in der Talebene von la Drang. Seine Befürchtung wird wahr. Es fehlen Nachschub an Personal und Munition, während das Tal unter heftigem Beschuss steht. An die 2000 ortskundige Männer mit ausreichender Munition stehen seiner Einheit gegenüber. Napalmbomben treffen beide Seiten, Einheiten werden abgeschnitten und Soldaten sterben auf beiden Seiten. Gleichzeitig gehen in Amerika Telegramme für die Witwen ein.

Ganze drei Tage und Nächte dauert diese Schlacht, die Anzahl der Kämpfer wird stündlich geringer. Nur ein einziger Mann stößt von außen dazu, der Kriegsreporter Galloway, der in Schockstarre verfällt. Bald schon geht es nicht mehr um Sieg oder Niederlage, sondern nur noch darum zu überleben.

Kommentar:
Basierend auf dem Buch „We were Soldiers once … and young“, erzählt der Film die Geschichte von Generalleutnant Harold G. Moore und des ehemaligen Reporters Joseph L. Galloway. Erschaffen nach Augenzeugenberichten, erzählt der Film eine amerikanisch-patriotische Sicht der Dinge. Allerdings erzählt er nicht die ganze Geschichte der Schlacht, sondern nur den ersten Teil davon. Im zweiten Teil geht es um das Schicksal des Schwesternbataillons, das am folgenden Tag in einen Hinterhalt geriet.
Moore (Kommandant des 1. Bataillon des 7. Kavallerieregiments, 3. Brigade der 1. luftbeweglichen Kavalleriedivision) und Galloway (Kriegsberichterstatter) schufen gemeinsam einen Augenzeugenbericht. Sie verarbeiteten ihre eigenen Erinnerungen und interviewten dafür weitere Teilnehmer an den Kämpfen.
1992 stand es in den USA auf der Bestsellerliste.

Dieser Film gehört in jede gute Vietnamkriegssammlung dazu. Er behandelt einerseits die Schlacht, aber erzählt auch die menschliche Sicht der Dinge. Darin spielen die Soldatenfrauen eine große Rolle. Sie bringen nicht nur die Angst um den Gatten, sondern auch die gesellschaftliche Situation von Rassenproblemen und anderen Diskriminierungen zum Vorschein. Die Charaktere werden menschlich und fühlend dargestellt.

Die Effekte sind gut eingesetzt, manchmal hinkt es jedoch etwas an der Logik. Im Vergleich zu anderen Vietnamkriegsfilmen wirkt „Wir waren Helden“ geradezu brav und bieder, ohne Alkohol, Schimpfereien oder Drogen. Empfehlenswert ist nur die FSK 18 Version, alle anderen sind stark geschnitten. Das trifft selbst Szenen wie eine Truppenparade kurz vor dem Einsatz.

Leider fehlt eine Verfilmung des zweiten Teiles der realen Schlacht. Jeder, dessen Einstellung nicht nur darin besteht „gibt es dazu auch einen Film?“, sollte das Buch lesen um zu erfahren, wie es der Schwesterneinheit erging. Erst dadurch wird das Bild komplett.

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