Film: Napola – Elite für den Führer (Originaltitel: Napola – Elite für den Führer)

Titel: Napola – Elite für den Führer (Originaltitel: Napola – Elite für den Führer)
allgemein: D / 2004 / 115  min
Regie: Dennis Gansel
Produzent: Molly von Fürstenberg
Musik: Angelo Badalamenti
Drehbuch: Dennis Gansel
Darsteller: Max Riemelt, Tom Schilling, Devid Striesow, Joachim Bißmeier
ab: 12

Worum geht es?
1942 wird Friedrich für die „Napola Allenstein“ entdeckt. Er ist 17 und talentierter Boxer. Friedrich besteht die nötigen Aufnahmeprüfungen, sein Vater jedoch verbietet ihm den Schulbesuch. Ohne Zögern fälscht Friedrich die Unterschrift seines Vaters, er will zur künftigen Elite gehören.
Die Schule ist nichts für Schwächlinge, die Ausbildung hart. Drakonische Strafen sollen auf die Zukunft vorbereiten. Albrecht Stein, dessen Vater Gauleiter ist, freundet sich mit Friedrich an. Er fühlt sich falsch in der Napola, will Schriftsteller werden und sich den schöngeistigen Dingen zuwenden.

Eines Nachts werden die Schüler zur Verfolgung russischer Kriegsgefangener herangezogen. Albrecht und Friedrich finden sie, stellen aber fest, es sind unbewaffnete Kinder. Das war ihnen zuvor verschwiegen worden. Albrecht versucht noch einen der verletzten Russen zu retten, sein Vater erschießt diesen ohne Zögern. Jeder Russe wird eingefangen und erschossen.

Am darauf folgenden Tag sollen die Schüler einen Aufsatz zum Thema winterliche Landschaft in den deutschen Heldensagen verfassen. Das nutzt Albrecht um offene Kritik an der letzten Nacht zu üben. Sein Vater will ihn daraufhin an die Ostfront schicken. Albrecht zieht den Selbstmord in eiskaltem Wasser vor. Dieser Selbstmord wird als Schwäche ausgelegt.

Friedrich soll bei der kommenden Boxmeisterschaft den Pokal holen. In dem Moment, als ihm bewusst wird, wofür er eigentlich kämpft, lässt er sich ohne Widerstand KO schlagen. Die daraus folgende Konsequenz ist ein endgültiger Verweis von der Schule.

Kommentar:
Die ersten NPEA oder Napola Schulen („Nationalpolitische Erziehungsanstalt“) wurden bereits 1933 eingerichtet. An diesen Internaten sollte die kommende Führungselite frühzeitig auf die Ideologie der Nationalsozialisten eingeschworen werden. Gedanke dahinter war, dass die Partei daraus ihre künftigen Führer rekrutieren wollte.
Zu Kriegsende gab es 43 dieser Schulen, wovon 3 weiblichen Schülern vorbehalten waren.

Die Aufnahmekriterien waren hoch, die Plätze begehrt. Anwärter mussten arisch und körperlich fit sein. Wer Brillen trug, oder schwächer war, hatte keine Chance auf Aufnahme. Die wichtigsten Fächer waren Sport, Geländemärsche und Rassenkunde. 8 Jahre dauerte die Ausbildung, Uniform war Pflicht. Religion und Fremdsprachenunterricht fand keiner statt. Als Berater für diesen Film wurden ehemalige Napola Schüler herangezogen. Auf deren Empfehlung versetzte man die Handlung an eine fiktive Napola-Schule.

Trotz der Thematik steht vor allem die Freundschaft zwischen Friedrich und Albrecht im Vordergrund und ihre jugendliche Selbstfindung. Die Darsteller spielen ihre Rolle gut, der Film wirkt in sich überzeugend und glaubwürdig.

Wer eine großartige Aufarbeitung jener Zeit erwartet wird enttäuscht werden. Hier geht es um gut gemachtes Unterhaltungskino und vermeidet großteils politische Diskussionen. Geschichte wird mit diesem Film nicht aufgearbeitet. Nur kurz blitzen Sequenzen durch, die zeigen, dass in Napola mehr als ein klassischer Internatsfilm gezeigt wird.

Fazit:
Ein guter Streifen für Zwischendurch, mehr aber auch nicht.

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