Buch: Duc, der Deutsche: Mein Vietnam. Warum die Falschen siegten

Titel: Duc, der Deutsche: Mein Vietnam. Warum die Falschen siegten
Autor: 
Uwe Siemon-Netto
Seiten: 320 Seiten
Verlag: Brunnen; Auflage: 1 (Februar 2014)
Sprache: Deutsch
Jahr: 2014
ISBN-10: 3765520241
ISBN-13: 978-3765520242

Worum geht es?
Das Buch gehört zweifelsohne in jede Sammlung, die sich mit dem Vietnamkrieg oder der Geschichte Vietnams befasst.
Einfach nur zu sagen, die Amerikaner seien damals die bösen Aggressoren gewesen und hätten Schuld an diesem Konflikt ist schlichtweg falsch. Es greift viel zu kurz. Wie so oft prallten auch hier verschiedene Kulturen aufeinander, die erst einmal einander näher kommen mussten.

Der Vietnamkrieg war in seiner Bedeutung komplex und vielschichtig. Bezieht man sich lediglich auf nackte Zahlen entgehen einem Fakten, die so manches Missverständnis klären helfen. Die wenigsten Kriege lassen sich mit schwarz/weiß Schema erklären und verstehen.
Jeder Krieg bringt Leid mit sich, Überlebende leiden noch sehr lange Zeit unter Traumata und psychischen Problemen. Wer den Vietnamkrieg persönlich nicht erlebt hat, der wird sich etwas schwer tun, zu verstehen, wie es den Menschen in Vietnam tatsächlich erging. Hier kann dieses Buch einspringen. Die geschilderten Anekdoten geben ein gutes Verständnis der Zeit und Situation. Sie lesen sich beinahe wie ein Roman.

Kommentar:
Die Gefühlsbandbreite des Textes geht von humorvoll über frustrierend und schockierend bis zum tatsächlichen Begreifen.
Obwohl der Vietnamkrieg der erste Krieg war, der bis in die Wohnzimmer der Menschen gebracht wurde, so hatten nur wenige Journalisten wirklich den Mumm, sich auf ehrliche und faire Art und Weise ihre Brötchen zu verdienen. Es ist eine Sache von Kämpfen zu lesen und folglich aus zweiter Hand zu schreiben, eine ganz andere, mitten im Geschehen zu sein.
Gerade der Journalismus und die Medien trugen damals dazu bei, die Meinung über den Vietnamkrieg zu formen und diesen zu beeinflussen. Dass nicht alle Journalisten gleich waren, lässt sich an Siemon-Netto sehen.

Das Buch lässt sich nicht einfach teilnahmslos beiseitelegen, wenn man mit dem Lesen einmal begonnen hat. Es nimmt einen gefangen bis zur letzten Seite.

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Wenn die Toten ehrbar ruhen dürfen …

Ich hatte es bereits vereinzelt hier anklingen lassen.

Als ich in Butte zu Besuch war, fand ich es mehr als nur angemessen, den Friedhof zu besuchen. Ich war erstaunt aber auch erfreut zu sehen, mit wie viel Liebe amerikanische Friedhöfe gepflegt werden, vor allem, wenn es um verdiente Gefallene ging.

Aus Respekt heraus, vom Wallmart kleine Fähnchen holend, verteilten mein Verlobter und ich sie auf dem Friedhof. Nicht, um anzugeben, sondern schlichtweg, weil allein der Gedanke bereits zählt. Das, wofür sie standen und wofür sie kämpften, begreift in Österreich leider kaum jemand.

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Mountainview Cemetery in Butte

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Daran musste ich gerade denken, als ich diesen Blog fand:
https://wargraves.photography/

In diesem Sinne, ein Danke all jenen amerikanischen Helden und Gefallenen, ihr werdet nicht vergessen!

Weihnachten in den USA

In Österreich bringt häufig noch das Christkind die Geschenke, allerdings taucht auch hier langsam aber sicher der Weihnachtsmann auf.

In den USA ist es im Regelfall Mr. Santa Claus. Viele kennen ihn aus Filmen und Serien. Kindern fällt es schwer bis zum Morgen des 25.12. zu warten – während in Europa im Regelfall schon am 24. am Abend die Pakete aufgemacht werden dürfen.

Europäer schmücken ihren Weihnachtsbaum direkt am 24.12., in den USA wiederum passiert das Schmücken bereits vorher, manche sogar schon am ersten Adventsonntag.

Es gibt, soweit leistbar, Geschenke en-masse, der „american way of life“.

In der Serie „last man standing“ schenkte Mandy, die mittlere Tochter, ihrer Haushälterin ein wunderbares Geschenk, indem sie es ermöglichte, einen Soldaten aus dem Kriegsgebiet für einen Weihnachtsurlaub nach Hause zu holen. Als ich dies sah, spürte ich Tränen in den Augen. Daher meine Weihnachtswünsche an euch:

 

I hope my english is well enough.

I wish all of you a great x-mas-party.
Have a great time and a wonderful fest for you and your beloved family and friends.
I know there are so lot bad things in world, but there should be one day in year, most important thing in life is family and beloved friends.

If you have a beloved person in a war zone in this moment, I wish you the best for coming home save and secured.
Best wishes to all fighting for our freedom.

So have a great christmas 2018.

Film: Swing Kids (Originaltitel: Swing Kids)

Titel: Swing Kids (Originaltitel: Swing Kids)
allgemein: USA / 1993 / 112  min
Regie: Thomas Carter
Produzent: Mark Gordon
Musik: James Horner
Drehbuch: Jonathan Marc Feldman
Darsteller: Robert Sean Leonard, Christian Bale, Frank Whaley, Barbara Hershey
ab: 12

Worum geht es?
Swing entsprach nicht dem Musikgeschmack der Nationalsozialisten, daher ächteten sie ihn. Wer Swing tanzte, bekam Probleme. Das merken auch Thomas, Peter und Arvid, die sich bislang der Hitlerjugend entziehen konnten.
Sie hören ihre Lieblingsmusik, besuchen Tanzlokale und versuchen den Strukturen des „Dritten Reiches“ möglichst fern zu bleiben. Mit der Hitlerjugend haben sie kaum Kontakt.
Bei dem Versuch ein Radio zu stehlen, wird Peter erwischt. Dank familiärer Kontakte zur Gestapo, kann er einer Strafe noch entgehen. Dafür ist er gezwungen, der Hitlerjugend beizutreten. Aus Solidarität und Freundschaft, folgt ihm Thomas. Den leicht gehbehinderten Arvid stört dies, daraus resultiert Zwietracht unter den Freunden. Peter und Thomas geraten immer deutlicher unter den Einfluss der Hitlerjugend. Arvid merkt, wie sie sich verändern.
Anfangs gelingt es ihnen Swing und Hitlerjugend unter einen Hut zu bringen. Schleichend verändert sich dies. Thomas ist zu beeinflussbar. Arvid, der den kommenden Krieg erahnt, begeht Selbstmord. Peter bemerkt, wie weit die Hitlerjugend ihn bereits verändert hat und besucht keine Treffen mehr. Das beeinflusst seine Freundschaft zu Thomas. Er will seinem Swing treu bleiben. Seine Verhaftung bei einer Razzia bringt ihn nur dazu – „Swing heil“ zu rufen.

Kommentar:
Swing war als Musikrichtung im deutschen Reich unerwünscht. Die „Swing-Jugend“ versuchte sich damit gegen den autoritären Stil der „Hitler Jugend“ abzugrenzen. In Österreich gab es dafür den Begriff „Schlurf“. Besonders in Wien konnten die „Wiener Schlurfs“ anhand ihrer Kleidung, pomadisierten Haartracht und Hut erkannt werden.
Die Swing Jugend versuchte sich durch anglo-amerikanisierte Kleidung abzusetzen. Oft trugen sie englische Hüte und Mäntel. Ihre Haare trugen sie oft lang, karierte Sakkos und Regenschirme. Zudem nutzten sie häufig Anglizismen.
Sie trafen sich zu organisierten Tanzveranstaltungen. In ihren selbst gedichteten Liedern fanden sich Spottverse, in denen sie sich über das Establishment, Soldaten und die ungeliebte Hitler-Jugend lustig machten. Anfangs unpolitisch, nutzten sie diese Form des zivilen Ungehorsams.

In einer Aktion gegen die Swing Jugend, wurden am 18. August 1941, über 300 Personen verhaftet. Von Schulverweisen bis zur Deportation in Konzentrationslager waren die Konsequenzen der Verhaftung empfindlich. Das brachte auch unpolitische Jugendliche dazu, den Nationalsozialismus abzulehnen.

Als Musikfilm einstufbar, zeigt „Swing Kids“ ein weniger bekanntes Kapitel der deutschen Geschichte. Bereits 1939 war es schwierig, sich dem Nationalsozialismus zu entziehen, aber nicht unmöglich. Wer sich dem Regime nicht anschloss, der musste mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.
„Swing Kids“ plädiert auf die individuelle Möglichkeit seinen eigenen Weg zu wählen. Er hält sich nicht sklavisch an historische Vorgaben, sondern nimmt sich die Freiheit die Musik als „Trägermedium“ für eine eigene Meinung zu nutzen. Heutzutage ist Musik meist nur Geschmackssache, damals war es gefährlich Musik zu mögen, die nicht dem „arischen Gedanken“ entsprach. Das setzt der Film hervorragend um.

Ob das Verbrennen von Büchern, das Verfolgen von Musikrichtungen oder anderes Unterdrücken eines Freiheitswunsches erhält derzeit wieder Zulauf, gibt es doch Kulturen, die bereits am Wege sind unsere Freiheit einzuschränken. Wir sollten alle eines aus jener dunklen Ära lernen und Amerika danken, dass sie uns damals vor Üblerem bewahrten.

7. Dezember – Jahrestag Angriff auf Pearl Harbor

Der 7. Dezember 1941 sollte die Entwicklung des 2. Weltkrieges auf drastische Weise verändern und gilt bis heute als entscheidender Wendepunkt und Auslöser für den Eintritt der USA in das Kampfgeschehen.
Wie im 1. Weltkrieg war es auch hier ein Angriff auf amerikanische Bürger, die Amerika dazu bewog einzuschreiten!

An diesem Tag griff die „kaiserlich, japanische Marineluftstreitkraft“ die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor (Hawaii) an. Obwohl Amerika bereits zuvor Großbritannien mit hohen Mengen an Material unterstützte war erst dieser direkte Angriff der tatsächliche Auslöser und die USA erklärten ihren offiziellen Kriegseintritt am Folgetag, dem 8. Dezember 1941.

Ohne vorherige Kriegserklärung gelang es Japan einen Gutteil der amerikanischen Schlachtflotte auszuschalten. Gleichzeitig traf Japan damit den amerikanischen Nerv bis ins Mark.
Der Angriff mochte Amerika zwar vorübergehend schwächen, aber aufgrund dieser feigen, hinterhältigen Methode konnte kein Amerikaner es gutheißen hier ohne Gegenwehr zu bleiben.
Amerika verfügte über enormes Industriepotential, das eine Kriegsentscheidung zu Gunsten der Alliierten herbeiführte.

Heute gilt „Pearl Harbor“ in Amerika als Synonym für jedweden, ohne Vorwarnung erfolgten, vernichtenden Angriff.

Viele der 2.400 Opfer konnten erst in den letzten Jahren mittels modernster Technik identifiziert werden. Nach über 75 Jahren konnten nun einige der Familien ihre toten Angehören beisetzen und so tatsächlich Abschied nehmen.

Mit Hilfe genealogischer Unterstützung von Familien konnten 200 der 400 unidentifizierten Toten auf dem „nationalen Militärfriedhof auf Hawaii“ ihren Namen zurückerhalten.
Dies betraf die 429 getöteten Soldaten des Schlachtschiffes „USS Oklahoma“.

*****

Dieser Blogbeitrag ist all jenen gewidmet, die auf Pearl Harbor ihr Leben ließen und die Angehörige, Freunde oder geliebte Menschen bei diesem Angriff verloren.

Ihrem Opfer haben wir es zu verdanken, dass durch die tatkräftigen, amerikanischen Streitkräfte, der Ausgang des 2. Weltkrieges Schlimmeres verhinderten.

Danke euch allen!
Ruhet in Frieden und bei euren Liebsten!

Film: R-Point – Die Geister der Verdammten (Originaltitel: R-Point)

Titel: R-Point – die Geister der Verdammten (Originaltitel: R-Point)
allgemein: Südkorea/ 2004/ 107 min
Regie: Su-chang Kong
Produzent: Kang-hyeok Choi, Yun-hyeon Jang
Musik:
Drehbuch: Su-chang Kong
Darsteller: Kam Woo-seong, Son Byeong-ho, Oh Tae-kyung, Park Won-sang
ab: 16

Worum geht es?
1972 kommt bei einer koreanischen Einheit der Hilferuf einer lang verschollenen Einsatztruppe herein. Seltsam daran ist nur, dass die Mitglieder dieser Einheit getötet wurden. Nur wenige von ihnen hatten sich retten können.

Ein Suchtrupp, unter dem Kommando von Lt. Choi, soll die Sache aufklären. Vor dem Aufbruch machen sie noch ein Erinnerungsfoto. Auf dem Hinweg kommt es zu Feindberührungen mit dem Vietcong.
Das Einsatzgebiet befindet sich in R-Point, einer einstmals stark umkämpften Region.
Dabei handelt es sich um einen nebligen Sumpf, der als Massengrab ermordeter Soldaten dient. Gut gemeinte Warnungen ignorieren sie geflissentlich. Sie schlagen ihr Lager in einem verlassenen Landhaus auf. Bald schon merken sie, der Sumpf will die Toten nicht bei sich behalten…

Kommentar:
Gerade westeuropäisch denkende Personen kennen sich mit asiatischen Mythologien nur wenig aus. Asiatischer Horror wird etwas anders dargestellt und gezeigt als Europa und Amerika dies tun.

Gerade Kriege mit ihren Schrecken bieten sich geradezu für Horrorstreifen an. Diese Filme können geniale Mischungen oder einfach nur Schrott sein.

R-Point ist ein guter Mix geworden, fernöstlicher Horror vom Feinsten. Unheimliche Kulissen, gruselige Atmosphäre und ständige Bedrohung sowie Mysteriöses im Kombipack mit einer ohnehin schon seltsam schaurig anmutenden Situation schaffen eine Szenerie des gediegenen Grusels. Die Musik unterstreicht die Stimmung.

Äußerst positiv ist die Darstellung von Atmosphäre und Stimmung, Splatterelemente hingegen fehlen weitgehend. Immer wieder kommen feine Andeutungen, so u.a., dass R-Point bereits den Franzosen zum Verhängnis wurde. Die Einheit hört französische Funksprüche, findet einen Soldatenfriedhof mit französischen Namen.

Auf den Punkt gebracht ist R-Point ein Film, der sowohl Freunden des stimmungsvollen Horrors, als auch Kriegsfilmen durchaus gefallen könnte.

Thanksgiving – ein Fest der Fülle und der Familie

Traditionell wird Thanksgiving am 4. Donnerstag im November gefeiert.

Seit langem ist es Tradition, dass die eingefahrene Ernte gefeiert wird, aber keine Nation schafft es, dies in einer derart bewegenden Weise zu gestalten wie Amerika.
Viele kennen Thanksgiving aus Filmen und Serien, Familien sitzen zusammen, Freunde treffen sich, es wird gelacht, gestritten und vieles mehr.

Wo vielfach „nur“ der Ernte gedacht wird, hat Amerika den Vorteil, dass der „Dank“ auch in Richtung Gründung der Nation gesetzt wird.

1621 dankten die Pilgerväter das erste Mal für eine reichhalte Ernte in Plymouth Rock. Sie gründeten die erste, dauerhafte englische Siedlung in der neuen Heimat. Diese Feier dauerte 3 Tage – zusammen mit den Native American und Trockenfrüchten, gekochtem Kürbis, Truthahn, Wildbret und vielem mehr.

Das nächste Thanksgiving gab es erst 1789 unter George Washington, der es auch gleich zum Nationalfeiertag erklärte. Landesweit gefeiert wurde Thanksgiving jedoch erst unter Präsident Lincoln 1863.

1939 verlegte Präsident Roosevelt den Tag um eine längere Weihnachts-Shopping-Periode einzurichten, zweckst Ankurbelung der Wirtschaft nach der Großen Depression. Erst 1941 erstand diese Tradition auf die uns heute bekannte Weise, mit dem gewählten Tag.

Der Feiertag entwickelte sich zu einem Tag, um sich mit den Angehörigen zu treffen, zu feiern, sich für viele Segnungen zu bedanken und zu essen. Das traditionelle amerikanische Thanksgiving-Essen umfasst Truthahn, Kartoffelpüree, Füllung, Preiselbeersauce, Yamswurzeln und Kürbiskuchen.

Eine andere amerikanische Thanksgiving-Tradition ist die Thanksgiving Day-Parade von Macy. Die Parade begann, noch bevor Thanksgiving ein gesetzlicher Feiertag war, im Jahr 1924. In diesem Jahr marschierten die Angestellten von Macy’s von der 145. St. zur 35. St. durch New York City. Die Angestellten, die als Clowns, Cowboys und Ritter verkleidet waren, marschierten neben professionellen Schwimmern , Live-Bands und 25 lebende Tiere, die vom Central Park Zoo geliehen wurden. 250.000 Menschen waren im Publikum, die Parade war ein Erfolg! Es wurde zu einem jährlichen Ereignis. Menschen reisten nach New York City, um Teil der Tradition zu sein.

Nach einer dreijährigen Pause während des Zweiten Weltkriegs wurde die Parade 1945 im nationalen Fernsehen übertragen, so dass alle Amerikaner daran teilnehmen konnten, wodurch die Parade zu einem festen Bestandteil der amerikanischen Thanksgiving-Tradition wurde.

Besonders berührend sind Fotos aus dem Vietnamkrieg, auf denen GIs Truthahn serviert bekamen, während sie sonst nur Konservendosen oder magere Kost serviert bekamen.

Insbesondere im Kriegseinsatz bedeutete das Feiern dieses Festes eine Unterbrechung der Anspannung und das Gedenken der Liebsten in der eigentlichen Heimat. Heute ist es nicht anders. Veteranenverbände und Hilfsorganisationen schicken heimatliche Grüße um dieses Familienfest zu feiern, wenngleich die Soldaten auch in der Ferne stationiert sind.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Thanksgiving – egal, ob sie in ihrer Heimat oder stationiert sind.